Mittwoch, 23. November 2011

Wer kann es sich erlauben auf fachliche Kompetenz zu verzichten?




Ein selber nicht betroffener Arbeiternehmer musste nach 45 Jahren erfüllten  Arbeitslebens zusehen, wie ein amerikanischer Unternehmensberater "seiner" Firma die Macht übernahm, rücksichtslos mit Menschen umging, auf fachliche Kompetenz bewusst verzichtete, Widerspruch und positive Anregung nicht duldete. Das bedeutete, sie, die Menschen, die sich jahrzehntelang für die Firma eingesetzt hatten, sich mit ihr identifizierten, wurden am Ende gefeuert.
Die Vorgehensweise sah immer wieder gleich aus, traf immer die Kreativen, niemals die Kopfnicker und folgte in mehreren Schritten.
1. Schritt:
Man nimmt dem Mitarbeiter die Personalverantwortung für die Gruppe oder die Abteilung.
2. Schritt:
Man „befördert“ ihn auf eine Stabsstelle, ohne Personalverantwortung, wo er „wichtige“ Aufgaben, wie z.B. Innovationsmanagement direkt für einen der oberen Chefs erledigst. So manch einer ist nun noch stolz darauf so etwas Wichtiges tun zu dürfen.
3. Schritt:
Nach und nach entzieht man ihm eine Aufgabe nach der anderen und gibt ihm immer verwirrendere dienstliche Anweisungen.
4. Schritt: Nun entfällt plötzlich die Stabsstelle und man macht ihm das Angebot in einer anderen Abteilung zu arbeiten. Dabei muss man leider über seinen Vertrag reden, da die neuen Aufgaben anders bewertet werden – natürlich niedriger.
5. Schritt:
Schnapp, die Falle ist zu, wenn er nicht bei Schritt 1 schlau genug war sich anderweitig zu bewerben, oder aus welchen Gründen auch immer, Alter, Arbeitsmarktsituation, keine neue Stelle bekommen hat.
Folge:
 Frustration, innere Kündigung, Verlust von Selbstwertgefühl, sozialer Abstieg.

Hier betrifft es Ingenieure, die über ein enormes Fachwissen verfügen, voller Ideen stecken, dieses Wissen an junge Menschen weiter gegeben haben und weiter geben wollten. Aber nur wenige junge Menschen wurden in den letzten Jahren eingestellt, die alten vorzeitig und wahllos aus dem Unternehmen entlassen.
Wer kann es sich erlauben auf so viel fachliche Kompetenz zu verzichten?

Sonntag, 2. Januar 2011

Liebe auf dem ersten Blick






  Vom Schneckentöter und anderem Wahnsinn - oder von der Lust zu leben  - 
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   Der Klappentext  -   


An einem kalten Sonntagmorgen im Januar schlenderte Hardy auf dem Weg zum Hochamt, wie Sophia und der Anstand es verlangten, sittsam hinter seinen Schwiegereltern her. Lilli hielt sich brav an seinem Arm fest, denn auf ihrem Weg  zur Kirche hatte Petrus einige Hindernisse in Form von spiegelglatten Eisflächen ausgelegt. Lag eine kleine Eisfläche vor den jungen Leuten, umrundete Hardy sie gekonnt, forderte die kichernde Lilli auf darüber hinweg zu springen und streckte ihr seine ausgebreiteten Arme entgegen, damit er sie nach dem mutigen Sprung auffangen konnte.  In  ausgelassener Stimmung trafen sie vor dem Eingangsportal auf die bereits wartenden Eltern. Sophia mahnte ihre Tochter mit strengem Blick beim Eintritt ins Gotteshaus zur gebührenden Andacht zu finden. Sie sah mit Freude, wenn die beiden Verliebten ausgelassen ihren Weg gingen, aber vor der Kirche im Angesicht Gottes hörte der Spaß auf.
Trotz schwieriger Zeit, Deutschland liegt in Trümmern,  planen sie voller Zuversicht eine gemeinsame  Zukunft. Mit Fantasie und Humor werden ständig neue Hindernisse überwunden. Sie heiraten, bekommen zwei Kinde und bleiben auch nach ihrer Trennung Freunde. Hardy erblindet, besinnt sich seiner tollkühnen Erlebnissen in den Aufbaujahren, die immer glücklich endeten und erzählt sie im Beisein seiner Jugendliebe zusammen mit Lilli seinen Kindern. 

Gemeinsam mit ihrem Mann ist Hanna Elisa auf dem Weg zu ihrer Tochter,  in den Mittleren Osten, um ihr erstes Enkelkind zu begrüßen. Auf dem langen Flug gleiten ihre Gedanken zurück
Geschichte der Nachkriegszeit, der fast vergessenen Aufbaujahre, in der die Schrecken der Nazizeit verdrängt werden, aus der Perspektive der in den Trümmern von Remagen geborenen Hanna Elisa. Der ehemalige U-Boot Funker Hardy, Sohn eines Bergarbeiters, oft nur knapp dem Tod entronnen und Lilli, ein unbekümmertes humorvolles rheinisches Mädchen, planen voller Zuversicht ihre gemeinsame Zukunft. Mit Fantasie und Humor erzählt die Autorin wie einst die Vorfahren Hanna Elisas aus vielen Ländern Europas zusammen fanden und sie Dank der Bereitschaft ungewöhnliche Wege zu gehen geboren werden konnte. Hanna Elisa erlebt zwei Welten. Da ist die Familie der Mutter, angeführt von Jakob, dessen hohes Ansehen im Dorf ihn davor bewahrte als einst politisch aktiver Sozialdemokrat unter den Nazis verfolgt zu werden. Von ihm lernt Hanna Elisa schon früh, sich einzumischen und die streng katholische Großmutter, die dem Kind nicht erlaubt vor dem Beten zu singen. Im Ruhrgebiet leben Hardys Eltern, unpolitisch und nicht nur zu Jakobs Entsetzen waren sie einst Befürworter Hitlers Politik. Erst als die Auswirkung des Krieges auch ihre Familie erreichte entstanden Zweifel. Hier erlebt Hanna Elisa Urlaubstage ohne Fesseln, Zusammentreffen der Nachbarschaft auf der Bank unter dem Fliederbaum, gemeinsames Musizieren und das Auseinandergehen der langjährigen Gemeinschaften beim Siegeszug des Fernsehers. Hardy gelingt es nicht im Rheinland Fuß zu fassen, er geht zurück ins Ruhrgebiet und trotz Lillis Versuche ihn auf dem neuen Weg zu unterstützen, schlagen fehl. Sie trennen sich und bleiben auch nach ihrer Trennung Freunde. Im Alter erblindet Hardy, besinnt sich seiner tollkühnen Erlebnissen aus der Zeit der englischen Kriegsgefangenschaft in einer Villa in der Nähe von Hamburg, die turbulenten Abenteuer in den Aufbaujahren, die immer glücklich endeten und erzählt sie im Beisein seiner Jugendliebe zusammen mit Lilli seinen Kindern.


Das neu gestaltete Cover für die überarbeitete Fassung